Österreichisches Hospiz zur heiligen Familie

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Als Ökumenischer Begleiter unterwegs in Palästina

 

Verehrte Freunde des Hospizes!

 

Sehr gerne wollen wir Sie auf eine Begegnung mit Herrn Wolfgang Sréter

am kommenden Donnerstag, den 09. Oktober, um 20.00 Uhr im Salon des Oesterreichischen Hospizes hinweisen.

 

Als Ökumenischer Begleiter

unterwegs in Palästina

 

Wolfgang Sréter arbeitet seit 1995 als Autor für die österreichische Literaturzeitschrift „Literatur und Kritik", die im Otto Müller Verlag, Salzburg, erscheint. Seit Mitte August leistet er einen dreimonatigen Einsatz als Menschenrechtsbeobachter im Rahmen des Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel (EAPPI), das unter dem Dach des World Council of Churches arbeitet.

 

„Das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) unterstützt lokale und internationale Anstrengungen zur Beendigung der israelischen Besetzung und will zu einer Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts durch einen gerechten Frieden, gestützt auf das Völkerrecht und die einschlägigen UN-Resolutionen, beitragen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beobachten die Lage im besetzten Westjordanland, melden Verstöße gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht, begleiten Aktionen gewaltlosen Widerstands und üben ganz allgemein Solidarität mit allen Kirchen , die sich gegen die Besetzung wenden."

 

Wolfgang Sréter wurde von Peace Watch Switzerland entsendet und gehört einer Gruppe von 25 Ökumenischen Begleitern und Begleiterinnen an, die Mitte August ihre Tätigkeit aufnahm, aus 10 verschiedenen Ländern kommt und in den Orten Bethlehem, Hebron, Jayyous, Tulkarem, Yanoun und Jerusalem eingesetzt ist.

 

Er wird über seine Erfahrungen in Tulkarem, einer Universitätsstadt im Nordwesten des Westjordanlandes berichten. 

Auf unsere Begegnung und die anschliessende Diskussion freut sich bereits

Markus St. Bugnyar

Director / Rector of the Austrian Hospice in Jerusalem



Vernissage Samstag 27. Sept. um 20 Uhr

Mit Szepter und Pilgerstab.

Oesterreichische Praesenz im Hl. Land seit den Tagen Kaiser Franz Josephs. 

Ausstellung in Kooperation mit dem DomMuseum Wien und dem Oesterreichischen Kultur Forum.

Vom 27. Sept. bis zum 28. Okt - taeglich von 10-20 Uhr.

Als im Jahre 1869 Kaiser Franz Joseph eingeladen wurde, der welthistorischen Eröffnung des Suez-Kanals beizuwohnen, wurde sofort der allerhöchste Wille kund, dieses große Ereignis mit einer frommen Wallfahrt ins Heilige Land zu verbinden. In Begleitung eines Großteils der k.u.k. Regierung reiste der Kaiser, unter dessen zahlreichen Titeln sich auch der eines „Königs von Jerusalem" befand, nach Palästina, um als Pilger die heiligen Stätten aufzusuchen. Umjubelt von allen in Jerusalem vertretenen Religionen, namentlich den Juden, Moslems und Christen, zog Kaiser Franz Joseph am 9. November 1869 in die Heilige Stadt ein. Er war damit das erste gekrönte Haupt eines christlichen Landes, das seit über 600 Jahren, seit der Zeit der Kreuzzüge, den Boden der Heiligen Stadt Jerusalem betrat. Nicht zuletzt durch seine außerordentliche Wohltätigkeit, die Kaiser Franz Joseph während seines Aufenthalts in Palästina demonstrierte, wurde bei der ortsansässigen Bevölkerung über alle religiösen Grenzen hinweg Begeisterung und Sympathie hervorgerufen, die hinfort dem österreichischen Kaiserhaus im Heiligen Land entgegengebracht wurde.

Mit diesem Besuch Kaiser Franz Josephs war auch der seitens der Habsburger Monarchie immer wieder artikulierte Wunsch verbunden, Präsenz im Heiligen Land zu zeigen und ebendort als Schutzmacht der Interessen der römisch-katholischen Kirche aufzutreten. Aus diesem Grund wurde sowohl die Unterstützung von bestehenden als auch die Gründung von neuen österreichischen Institutionen im ganzen Heiligen Land sehr forciert.

Diese Entwicklung basierte auf der Verknüpfung von religiösen Empfindungen mit außenpolitischen Zielvorstellungen und wirtschaftlichen Interessen.

Mit dieser Ausstellung wird erstmalig ein erst ansatzweise erforschtes Kapitel österreichischer Geschichte umfassend aufbereitet: Von der Pilgerfahrt Kaiser Franz Josephs ausgehend, wird dargestellt, wie vielfältig das von der Monarchie gezeigte Engagement in bezug auf das Heilige Land war. Präsentiert werden insbesondere die Aktivitäten und der Werdegang der österreichischen Institutionen im Heiligen Land, namentlich der Konsulate, Spitäler, Lloyd- und Postniederlassungen.

Das noch heute bestehende, 1863 eröffnete österreichische Hospiz in der Via Dolorosa ist nicht nur das älteste Pilgerhaus seiner Art im Heiligen Land überhaupt, sondern auch ein Prachtstück der Kunst des österreichischen Historismus inmitten der Altstadt Jerusalems.

Bereits seit dem 18. Jahrhundert hatte die Habsburger Monarchie Konsularämter in Akko und Jaffa unterhalten und richtete schließlich 1849 in Jerusalem ein Konsulat ein. Dessen wichtigste Aufgabe sollte schon bald der Schutz der laufend wachsenden jüdischen Gemeinden und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, der Schutz der Interessen der katholischen Kirche sein. Die meisten damals in Jerusalem  wohnhaften Juden wußten sich den Schutz des österreichischen Konsulats zu sichern, selbst jene, die nicht aus der Donaumonarchie stammten.

Auch Wirtschaft und Infrastruktur profitierten von der Präsenz der Österreicher. 1859 führten sie das erste reguläre Postsystem im Heiligen Land ein, und die Schiffe der Dampfschiffahrtsgesellschaft des Österreichischen Lloyd liefen den Hafen von Jaffa von 1853 bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs an und waren sogar die einzigen ausländischen, die in Haifa anlegten. Dadurch bekamen der Österreichische Lloyd und die k.k. Post in der Levante eine marktbeherrschende Stellung.

In dieser Ausstellung wird an die traditionelle Vermittlerrolle Österreichs im Nahen Osten erinnert. Die Gemeinden der aus österreichischen Kronländern, aus Ungarn und aus Rußland immigrierten Juden konnten sich dank des Schutzes der österreichischen Konsuln und Konsularagenten in Jerusalem, Akko, Haifa, Jaffa, Saffed und Tiberias etablieren. Genauso wurde der Dialog mit der muslimischen Welt gepflegt; schließlich galt die Donaumonarchie damals als jene europäische Macht, welche die besten Beziehungen zum Osmanischen Reich hatte.