Themenübersicht
>Silwan - "Frauenpower" im Hospiz
>Mawlid-Abend im Hospiz
>Nationalfeiertag im Hospiz
>Beauty & the Sublime in Noble Sanctuary
>Sr Bernadette zur Vizerektorin des Hospizes ernannt
>HerrgottSuche - eine neue Ausstellung zur Geschichte des Österreichischen Hospizes in Jerusalem
>Zivildienst im Hospiz!
Silwan - "Frauenpower" im Hospiz
Das "Madaa Creative Center" und die "Madaa Women Group" aus Silwan (Ost-Jerusalem) luden zu einem gemeinsamen Veranstaltungs-Nachmittag ins Österreichische Hospiz am gestrigen Sonntag ein.
Frauen aus Silwan präsentierten ihre handgemachten Kunstwerke und Alltagsgegenstände in unserer Lobby. Es bestand auch die Möglichkeit frisches Olivenöl, Auberginen, „filfil" und anderes mehr zu kaufen, das in Silwan hergestellt wurde.
Unseren Beitrag verstehen wir als Unterstützung dieser Fraueninitiative im Sinne selbstverständlicher Nachbarschaftshilfe; viele internationale Gäste konnten so erreicht werden.
Im Kontext der aktuellen Sufi-Photo-Ausstellung "Schönheit und das Erhabene" von Dr. Ali Qleibo zum Haram ash-Sharif - dem heiligen, der Gottheit zugeeigneten Bezirk Seiner Ehre - und seinen beiden Moscheen Felsendom und Al-Aqsa bat das Österreichische Hospiz zu einem Mawlid-Rezitationsabend der Jerusalemer Sufi-Gemeinschaft El-Anwar.
Religiöse Musik schafft die Überhöhung unserer profanen Wirklichkeit, wenn sie das Leben mit visionären Elementen anzureichern vermag, die die Grenzen der Erinnerung und des Gedächtnisses auflösen und die Vergangenheit im ewigen heiligen Moment des Jetzt einholen.
Diese Art des "Gedächtnisses Gottes" nennt die arabische Kultur Dhikr: Der Gläubige gewinnt zusehends tiefere Erkenntnis der umfassenden Gegenwart Gottes und übt sich darin, seine eigene Empfänglichkeit für das Göttliche zu steigern. Alle Worte seines Lobpreises und der Verherrlichung Gottes illustrieren Gottes vollkommene Attribute der Macht und Majestät, der Schönheit und Erhabenheit, gleich ob sie in "Zungenrede" artikuliert oder still im Herzen gesprochen sind. Mawlid-Feiern sind eine Form dieses Dhikr, in der sich Musik und Gesang zu einer eindrucksvollen Kunstform entwickelt hatten.
Bei Mawlid-Feiern folgen die Gesänge den Rezitationen der Koran-Suren zum Lobe des Propheten, der als "Verkörperung" des Dhikr (der in ihm vollkommen erreichten Einsicht in Gottes Präsenz) und als "erster Sufi" betrachtet wird; dieselben Gesänge werden am Feiertag des Geburtstages des Propheten gesungen.
Weitere Gesänge dieses von etwa achtzig Gästen muslimischer und christlicher und jüdischer Provenienz besuchten Abends im Hospiz thematisieren die Sehnsucht nach den Heiligen Orten, die mit dem Leben des Propheten in Verbindung stehen, dem Ort der Kaaba und die Stadt Medina.
Eine typische musikalische Darstellungsweise dieser traditionellen Mawlid-Feiern, die ihren Ort im Kreis der Großfamilie haben, versammelt einen talentierten Solo-Sänger mit einem Chor von 8 bis 16 Männern. Der Chorgesang bleibt einstimmig und intoniert wiederholt an verschiedenen Stellen der Darbietung neue Verse aus Gedichte und Gebeten oder Segenssprüchen, die an die Zuhörerschaft adressiert bleiben. Der Solist wird durch den Chor begleitet und singt entweder ohne instrumentelle Begleitung oder aber zum Rhythmus von Trommeln und Zimbeln. Der Chor beschränkt sich auf einen Refrain, den der Solist improvisierend aufgreift und in Paraphrase und Variation weiterentwickelt.
Verehrte Freunde und Gäste!
Auch dieses Jahr konnten wir dank der wertvollen Mitarbeit unserer Angestellten, Volontäre und Zivildiener den Österreichischen Nationalfeiertag in bewährter Weise feiern. Die Gestaltung der Tanz-Soiree im Garten übernahm eine Combo der Militärmusik Tirol unter Oberstleutnant Hannes Apfolterer. Zu den Ehrengästen zählten S.Exz. Erzbischof Aris des Armenisch-Apostolischen Patriarchates von Jerusalem, Dr. Uwe Gräbe, Propst an der Lutherischen Erlöserkirche, der chargé d´affaires der Österreichschen Botschaft in Tel Aviv, Hans-Joachim Almoslechner, Militärattache Oberst Nikolaus Egger, dem wir die Vermittlung der Militärmusik schulden, und die Direktorin des Kulturforums, Mag.a. Gabriele Feigl, der Botschafter a.D. Dr Gustav Ortner, Präsident der Österreichischen Gesellschaft vom Heiligen Land, Dr. Alexander Kragora, Kanzler der Österreichischen Statthalterei der Ritter vom Heiligen Grab, Jacqueline Hengl, auf deren Rat und Unterstützung das Hospiz seit vielen Jahren zählen darf, sowie Repräsentanten der Deutschen, der Dänischen und der Ägyptischen Vertretungen in Ramallah.
Die Predigt des Festgottesdienstes finden Sie in der Rubrik Aktuelles - Download.
Rektor Markus Bugnyar - Vizerektorin Sr. Bernadette Schwarz
Beauty & the Sublime in Noble Sanctuary
Wir freuen uns, Sie zur Eröffnung der Ausstellung von Dr. Ali Qleibo, The Beauty and The Sublime, am kommenden Sonntag, den 23. Oktober, um 19 Uhr, ins Österreichische Hospiz bitten zu dürfen.
Wir danken Dr. Qleibo, der seine Fotoarbeiten für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.
Die Ausstellung ist bis Ende Dezember täglich von 10:00-20:00 geöffnet.
Sr Bernadette zur Vizerektorin des Hospizes ernannt
Der Hwst. Protektor des Österreichischen Hospizes zur Heiligen Familie in Jerusalem,
Seine Eminenz Christoph Kardinal Schönborn,
und die Hwst. Mitglieder der Österreichischen Bischofskonferenz
haben der Bitte des Kuratoriums und des amtierenden Rektors entsprochen
und nach Rücksprache mit der zuständigen Provinzleitung
Sr. Bernadette Schwarz SCSC
in Würdigung ihrer bisherigen Verdienste und unter Beibehaltung ihrer Agenden per 01. Sept. 2011 den Titel einer
Vize-Rektorin des Österreichischen Hospizes
verliehen, wie ihn unser Hausstatut vorsieht.
Vize-Rektorin Sr. Bernadette Schwarz danke ich bei dieser schönen Gelegenheit für Ihren aufopfernden Dienst im und am Hospiz,
für Ihre Treue und Ihre Geduld bei unseren so vielfältigen Aufgaben.
Ich freue mich auf viele weitere Jahre gemeinsamer Arbeit!
Rektor Markus St. Bugnyar
Director of the Austrian Hospice in Jerusalem
HerrgottSuche - eine neue Ausstellung zur Geschichte des Österreichischen Hospizes in Jerusalem
Wann ist der Pilger an seinem Ziel?
In seinem Quartier wohl am allerwenigsten. Hier findet er Verpflegung, Erholung und Rat; der Grund für seine Reise aber sind die Heiligen Stätten, die er besucht.
Seit der Gründung des Österreichischen Hospizes zur Heiligen Familie im Jahr 1856 haben Tausende Pilger hier eine "Heimat fern der Heimat" (so formuliert es unser Gründervater Erzbischof Josef Othmar von Rauscher) für die Dauer ihres Aufenthalts gefunden: Mitglieder der Hocharistokratie wie Wissenschaftler und Künstler und vor allem der "einfache Gläubige".
Sie alle wollten die Orte der Bibel mit eigenen Augen sehen und den Spuren Jesu nachfolgen.
Der Titel unserer Ausstellung HerrgottSuche erinnert an den Ostermorgen in der Stadt Jerusalem, als die treuen Frauen und die Jünger Jesu das leere Grab entdeckten. HerrgottSuche heißen aber auch jene Prozessionen, die am Ostermorgen durch unsere heimatlichen Gassen ziehen, auf der Suche nach dem Auferstandenen.
Die Ausstellung versammelt eine ausgesprochen kleine Auswahl bekannter Persönlichkeiten, die im Österreichischen Hospiz zu Gast waren; ihre Unterschriften sind jene in unseren Gästebüchern, Texte und Bilder zur Illustration stammen aus unserem oder einem privaten Archiv oder aber aus frei zugänglichen Medien wie auch aus der Publikation von Dr. Helmut Wohnout, Das Österreichische Hospiz. Die Geschichte des Pilgerhauses an der Via Dolorosa.
Die Hauptlast dieser Ausstellung trug Florian Schiemer, der gewissenhaft unsere Gästebücher entzifferte und tausende Namen recherchierte; ihm folgten unsere Zivildiener Anselm Becker und Günther Fuchs, Samuel Barwart und Johannes Safron, Philipp Nigitsch und Matthias Perkonigg, die diese Arbeit weiterführten und an ihr - vorläufiges - Ende brachten.
Herrgottsuche ist in erster Linie ein Beitrag zur Geschichtswürdigkeit unseres Hauses, aber auch ein Hinweis darauf, dass wir mit unserem Suchen und Pilgern weder damals noch heute allein sind.
In ihrer Suche nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit sind alle Menschen berufen, den Ruf Gottes in ihrem Leben zu vernehmen.
Wer seinen Zivildienst nicht zu Hause, sondern in Jerusalem ableisten möchte, kann dies auch im Österreichischen Hospiz zur Heiligen Familie tun! Nähere Informationen und ein Bewerbungsformular finden Sie in der Rubrik: Das Hospiz zur Heiligen Familie - Zivildienst.
Vielen Dank für Ihr Interesse.